Als ältester House- und Technoclub Ostdeutschlands ist die Distillery in der Leipziger Szene der erste Anlaufpunkt wenn es um anspruchsvolle elektronische Musik geht.
Die Distillery gilt als einer der fünfzehn bekanntesten und einflussreichsten Techno-Clubs Deutschlands, zählt zu den ältesten noch aktiven Clubs und genießt mit der 16-jährigen Bestehensgeschichte bundesweit hohes Ansehen.
Aber nicht nur House und Techno stehen auf der Agenda. In den letzten Jahren vollzog die Distillery eine musikalische Öffnung. Auch Drum'n'Bass und andere Stilrichtungen der elektronischen Musik sowie Hip-Hop und Reggae haben ihren Platz im facettenreichen Programm gefunden. Viele nationale und internationale Künstler waren bereits zu Gast – von Carl Craig, Laurent Garnier, Jeff Mills, Dave Clarke, Sven Väth und Richie Hawtin über Ricardo Villalobos, Paul Kalkbrenner, Louie Austen und Steve Bug bis zu LTJ Bukem, Afrika Bambaataa, DJ Vadim, Blowfly, DJ Krush, DJ Koze, Storm, Kool Keith oder Princess Superstar. Neben reinen DJ-Sets gibt es auch Liveacts und kleine Clubkonzerte.
Geboren aus dem Wunsch Party- und Musikverrückter Teenager eigene Veranstaltungen mit einer damals völlig neuen Musikrichtung durchzuführen, entstand im September 1992 in den Kellergewölben einer stillgelegten Brauerei im Leipziger Süden die distillery.
Mit viel Enthusiasmus und Idealismus wurden Kellerräume leer gepumpt, Strom- und Wasserversorgung installiert, eine gebrauchte Pa sowie Schallplattenspieler gekauft und ohne Gedanken an Konzessionen, Mietverträge oder die Zukunft angefangen Parties für Menschen zu organisieren, die House und Techno lebten und zelebrierten. Schnell bildete sich ein kleines Stammpublikum von ca. 80 Personen. Aus diesen wenigen wurden nach einem Jahr hunderte, das Einzugsgebiet wuchs und bald nahmen die Besucher mehrere Stunden Fahrt in Kauf, um aus Franken, Hessen, Thüringen und Sachsen-Anhalt in die distillery zu kommen.
Es war natürlich nur eine Frage, bis auch die Stadtverwaltung der Messemetropole merkte, dass in der alten Kronenbrauerei regelmässig hunderte Jugentliche tanzten und es stellte sich die Frage nach Notausgängen, Rauchabzügen und Gewerbekonzessionen. Mittels Parties vor dem Leipziger Rathaus gelang es, die Schliessung der Location noch ein Jahr heraus zu zögern, bis dann im Februar 1995 die Stadtverwaltung durch Bauarbeiter, in Begleitung der Bildzeitung die Türen des Clubs zumauern liess und jegliches Betreten als Siegelbruch unter Strafe stellte.
Schnell wurde eine neue Räumlichkeit gefunden und Ende September des gleichen Jahren das Zweite Kapitel distillery aufgeschlagen. Zunehmend wurden Künstler aus ganz Deutschland, Europa und Übersee gebucht, die Verbindung zwischen Musik und Kunst gesucht und um die distillery herum entstanden vielerlei Initiativen wie das Szenemagazin 1000°, die distillery-Games oder andere externe Veranstaltungen.
Die distillery wuchs langsam zu einer in Deutschland ernst zu nehmenden Grösse im Clubleben heran, tauchte bei den Leserpools der Musikmagazine regelmässig unter den TopTen auf und hat sich seitdem ihr positives Ansehen bei Clubbern, Künstlern und Veranstaltern erhalten.
Die distillery versteht sich auch im sechzehnten Jahr ihres Bestehens nach wie vor als Plattform für anspruchsvolle Musik und Wohnzimmer für ihre Gäste. Wie schon seit Jahren ist unser Anspruch, im Allgemeinen die Weiterentwicklung progressiver Musik in Verbindung mit visueller Kunst zu unterstützen und speziell Leipziger Künstlern und Veranstaltern einen Background für ihre Entfaltung zu geben.
Wir begreifen unseren Job nicht losgelöst von der Gesellschaft und dem Umfeld in dem wir leben und versuchen mit unseren Möglichkeiten natürlich auch, positiven Einfluss auf die Menschen auszuüben, die entweder regelmässig in den Club kommen oder einfach nur wissen, dass es uns gibt. Ging es früher um Abgrenzung von der unerträglichen Spiessergesellschaft, werden wir und unserer Aussenwirkung mehr und mehr bewusst und behaupten auch mit etwas Stolz, ein Aushängeschild für diese Stadt zu sein.